Bericht über die Leuchtturmreise in die Niederlande und nach Belgien im Juni 2004

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Anreisetag

Unsere zweite große Leuchtturm-Tour in diesem Jahr soll die Lücke zwischen den deutschen und den französischen Leuchttürmen schließen. Lediglich die Türme auf den westfriesischen Inseln lassen wir uns für eine der nächsten Reisen.
Wir starten im niedersächsischen Meppen. Von hier geht es früh los auf der B 402 gen Westen, dann weiter auf der A 37 in Holland bis nach Meppel. Hier verlassen wir die Autobahn und schlängeln uns weiter nach Westen durch Richtung Ijsselmeer. Unser erstes Ziel ist Leuchtturm Urk, der wohl bekannteste Leuchtturm des Ijsselmeeres. Durch die engen Gassen des kleinen Fischerdorfes fahren wir an die Küste bis zum Leuchtturm. Dieser empfängt uns so, wie wir ihn von vielen Bildern her kennen, geschmückt mit Wimpelketten.
Wir verlassen Urk in nördliche Richtung und erreichen Lemmer. Schon von weitem ist die Stahlgitterkonstruktion des Leuchtturmes Lemmer erkennbar, aber wir müssen uns erst durch die Stadt Richtung Yachthafen durchkämpfen, bevor wir vor dem Turm stehen. Hier stellen wir erfreut fest, dass der Turm begehbar ist. Also nichts wie hoch! Forsch gehen wir die ersten Treppenstufen an, aber schon auf der zweiten Plattform kommt Anke die Erkenntnis: hier ist ja außer Luft nichts mehr drum herum! Dieser Leuchtturm ist absolut nichts für Höhenuntaugliche! Die schmale Treppe ist nur durch ein einseitiges Geländer gesichert, ansonsten überall freier Blick in alle Richtungen. Jens macht zum Glück die Höhe nichts aus, so dass wir beide später noch mal zusammen den Blick von oben auf den Bildern genießen können.
Von Lemmer aus wenden wir uns westwärts durch das Gaasterland nach Stavoren. Der Ort zieht sich ewig lang hin und erst am nordwestlichen Ende des Ortes finden wir den Hafen mit den Leuchttürmen. Von dieser Seite des Hafens ist jedoch nur der grüne Molenturm der Südmole erreichbar. Die gegenüberliegende Seite erscheint uns lohnenswerter, stehen doch dort gleich zwei Türme. Dazu heißt es jedoch, erst mal eine Brücke zu finden, denn die Hafenausfahrt ist gleichzeitig eine Flussmündung. Also fahren wir einfach am Flüsschen entlang binnenwärts bis wir eine überfahrt auf die andere Seite der Mündung finden. An der Yachtwerft parken wir und gehen zu Fuß weiter. Gleich hinter der Werft steht das Oberfeuer Stavoren, eine ähnliche Konstruktion wie in Lemmer, aber nicht zu besteigen. Draußen auf der Mole, am roten Nordmolenturm, fotografieren wir auch den grünen Turm der Südmole.
Weiter auf dem Weg zur Nordseeküste überqueren wir den Abschlussdeich des Ijsselmeeres, ein Grund dafür, warum wir die Nordroute am Ijsselmeer gewählt haben. Am Südende des Deiches, direkt neben der Autobahn, sehen wir den Leuchtturm Den Oever. Da die nächste Abfahrt aber einige Kilometer dahinter liegt und keine Straße zum Leuchtturm zu führen scheint, fahren wir weiter und verzichten auf ein Foto. So finden wir den nächsten Leuchtturm erst in Den Helder. Obligatorisch ist natürlich ein Schnappschuss vom Feuerschiff Texel am Museumshafen. Etwas länger brauchen wir, um zum Leuchtturm "Lange Jaap" zu gelangen. Er steht im nächstgelegenen Örtchen Huisduinen, eigentlich nicht weit, doch volle Straßen am Freitag Nachmittag erschweren die Suche. Aber schließlich ist auch er gefunden. Nun drängt uns langsam die Zeit, denn wir müssen noch bis auf die Halbinsel Zeeland, wo wir bei Arnemuiden direkt am Veerse Meer unser Quartier für die nächsten 14 Tage aufschlagen.

1. Leuchtturmtag

Unser erster Leuchtturmtag in Holland gilt den Türmen in unserer näheren Umgebung, der Halbinsel Walcheren. Wir beginnen in Vlissingen, von wo bis 2003 die Autofähre über die Westerschelde ins südlichste Gebiet der Niederlande, nach Zeeuws Vlaanderen, übersetzte. Seit 2003 ist jedoch der Westerscheldetunnel in Betrieb und folgerichtig wurden auch die Fährverbindungen über die Westerschelde reduziert, wie wir das schon in Dänemark kennen gelernt haben. Die Fähre von Vlissingen nach Breskens fährt nur noch als Personen- und Fahrradfähre und der Betrieb der Fähre von Kruiningen nach Perkpolder wurde gänzlich eingestellt.
In Vlissingen kämpfen wir uns durch die Stadt bis ins Altstadtzentrum vor. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum kleinen Leuchtturm auf der alten Stadtmauer direkt am Wasser. Überall verlangen Parkautomaten nach einem Obulus, aber für die paar Minuten Halt sparen wir uns das Geld. Weiter weg vom Zentrum finden wir später kostenfreie schöne Parkplätze direkt am Strandboulevard, wo es richtig Spaß macht zu bummeln.
Unser Weg führt uns jetzt von Vlissingen aus nordwestwärts - die küstennahe Straße entlang bis nach Dishoek. Hier erwartet uns das nächste Parkplatzdilemma - die Straßen im Ort sind so eng, dass keine Autos parken können, dafür wird auf großen zentralen Parkplätzen so richtig abgezockt. Wir müssen in den sauren Apfel beißen, um an die nächsten Leuchttürme ranzukommen - die Richtfeuerlinie Kaapduin direkt am Strand in den Dünen von Dishoek. Der Dünenweg führt an beiden Türmen vorbei. Der Weg zum Oberfeuer war zwar gerade mal gesperrt, aber irgendwie haben wir die rot-weißen Absperrungen wohl übersehen. Direkt bis zum Oberfeuer gelangt man zwar nicht, dass steht mitten im Dünengestrüpp, aber für ein gutes Foto hat es allemal gereicht. Am Unterfeuer kommt man direkt auf dem Weg zum Strand vorbei.
Als nächstes erwartet uns Leuchtturm Zoutelande, nordwestlich von Dishoek. Auch er steht mitten in den Dünen, schon fast am Ortsausgang in nordwestliche Richtung, neben einem Strandaufgang. In Zoutelande kann man in ruhigen Zeiten auch einen kostenlosen Parkplatz in den Nebenstraßen finden, also nicht gleich auf die großen Parkplätze fahren!
Wir fahren anschließend weiter nach Westkapelle, zu den westlichsten Leuchttürmen der Niederlande. Nicht zu übersehen ist Leuchtturm Westkapelle, ein ehemaliger Kirchturm. Seine Ausmaße sind schon beeindruckend. Wenn man Glück hat, kann man den Turm auch besichtigen, seine Öffnungszeiten sind jedoch stark eingeschränkt. Wir werden am Sonntag Nachmittag nochmals hierher zurückkehren, um den Turm zu besteigen.
Fährt man die Hauptstraße durch Westkapelle weiter, gelangt man zum Leuchtturm Norderhoofd. Er steht am betonierten Strand fast schon im Wasser. Für Laufunwillige: ein (kostenloser) Parkplatz ist gleich daneben auf dem Deich!
Wir verlassen jetzt die Halbinsel Walcheren und fahren über den Veersegatdam und den Osterscheldedamm, an der Delta Expo vorbei, auf die Halbinsel Schouwen-Duiveland. Hier erwartet uns Leuchtturm West-Schouwen an der westlichsten Spitze. Wir nähern uns der Küste bis Nieuw Haamstede und biegen südwestwärts in eine schmale, von Bäumen gesäumte Straße ein. Dieser folgen wir, bis wir selbst schon unsicher werden, jemals den Leuchtturm zu erreichen. Kurz vor einer Doppelkurve stehen wir jedoch direkt vor dem Leuchtturmgrundstück. Das Grundstück ist nicht zu betreten und aufgrund des schon erwähnten Baumbewuchses ist von dem Turm nicht viel zu erkennen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: auf dem Fußweg rechts neben dem Leuchtturmgrundstück direkt gen Küste oder der Straße folgen, um nach zwei Rechtsknicks an der selben Stelle raus zu kommen wie bei Variante 1. Wir entscheiden uns für Variante 2. Das Gute daran: es ergeben sich ein paar wenige Möglichkeiten, den Leuchtturm aus verschiedenen Richtungen zu sehen, das Schlechte: die Straße ist gesäumt von Grundstücken, die Wohlstand repräsentieren sollen, aber in unseren Augen damit genau das Gegenteil tun. Am Punkt des Zusammentreffens von Variante 1 und Variante 2 führt ein Strandweg über die Dünen, von welchem man zweifellos den besten Blick auf den Leuchtturm hat. Für den Rückweg wählen wir Variante 1, auch weil sie kürzer ist.
Zurück geht es wieder nach Haamstede und die N 57 weiter nach Norden über den Brouwersdam auf die Halbinsel Goree-Overflakkee. Gleich an der ersten Kreuzung auf der Halbinsel verlassen wir die Hauptstraße und fahren nach Norden Richtung Leuchtturm Westhoofd, westlich von Ouddorp. Obwohl den Leuchtturm direkt vor Augen, weist die Beschilderung nach rechts, um nach vielen Kilometern auf der nächsten Parallelstraße dieselbe Strecke zurückzuführen. Also, fahrt gleich geradeaus! Und dann geht es nur noch ein kurzes Stück nach links, wo in der Nähe des Leuchtturmes die Straße auf einem Parkplatz endet. Von dem Fußweg zum Strand hat man besten Blick und beste Fotoposition zum Leuchtturm, obwohl er immer ein paar hundert Meter entfernt ist.
Zurück fahren wir über die N 57 und N 59 über die ehemals mautpflichtige Zeelandbrug und den Zandkreekdam wieder nach Zuid-Beveland und ins Häuschen nach Arnemuiden.

2. Leuchtturmtag (Belgien)

Heute geht es nach Belgien. Südöstlich von Vlissingen testen wir den neu erbauten Westerscheldetunnel. Die Maut für eine einfache Fahrt kostet 5 Euro, westlich von Terneuzen sehen wir wieder Tageslicht. Auf der N 61/N58 statten wir noch dem südlichsten niederländischen Leuchtturm einen Besuch ab, Leuchtturm Breskens. Westlich vom Fähranleger halten wir uns deichnah, bis wir auf der anderen Seite des Deiches den Leuchtturm erblicken. Parkplätze sind zwar keine in der Nähe, aber am Wegesrand finden wir auch ein Plätzchen für unseren Toyota. So können wir ungestört den Leuchtturm von allen Seiten ablichten.
Auf der N58 hinter Sluis verlassen wir Holland und sind gespannt, was uns in Belgien erwartet. Auf das Schlimmste sind wir eigentlich schon durch eine Fernsehreportage vorbereitet, mal sehen, wie der belgische "Atlantikwall" in natura aussieht! Nicht weit hinter der Grenze begeben wir uns in Richtung Küste, an der ersten großen Kreuzung biegen wir auf die E 34 bzw. die Straße 49 nach Knokke-Heist ab. Die Benzinpreise stimmen uns schon mal freundlich. Aber was wir dann ab Knokke zu sehen bekommen - das muss man schon mit eigenen Augen erlebt haben. Die gesamte belgische Küste ist mit Hochhäusern zugebaut, es ist kaum Natur zu erleben. Direkt hinter dem schönen breiten Sandstrand beginnen diese Auswüchse der menschlichen Urbanisierung. Erträglich werden diese Bauwerke nur, wenn man darin lebt und den Blick aufs Meer genießen kann.
Knokke (an der holländischen Grenze) ist mit Nieuwpoort (fast an der französischen Grenze gelegen) durch eine Straßenbahnlinie verbunden und genauso führt eine Straße an sämtlichen Küstenorten entlang. So gibt es keine allzu großen Probleme, die Leuchttürme zu finden.
Wir schlängeln uns zuerst durch Knokke in den Ortsteil Heist durch. Nach einem ersten Stopp irgendwo an einer Querstraße, wo wir erst einmal das Bild vom belgischen Strand in uns aufnehmen, kommen wir schließlich auf der Hauptstraße fast direkt an den Leuchttürmen von Heist vorbei. Links von der Fahrtrichtung, etwas weiter binnenwärts auf einer Wiese, steht das alte Oberfeuer Heist. Dann kommt rechts gleich eine Abfahrt ins Hafengebiet. Hier biegen wir ab, kommen schon am neuen Oberfeuer und dem alten Unterfeuer vorbei und halten direkt vor den Hochhäusern an. Schnell ein paar Fotos geschossen, mit dem Zoom ins Hafengebiet gehalten, um das neue Unterfeuer mit aufs Bild zu bekommen und schon geht es weiter. Ins Hafengebiet selbst fahren wir nicht hinein, obwohl dort noch ein paar Leuchtstangen zu sehen sind.
Nur wenige Kilometer weiter haben wir den nächsten Leuchtturm im Visier - den Molenturm von Zeebrugge. Auf der Hinfahrt fotografieren wir ihn von der Straße aus, zurück zu fahren wir ins Hafengebiet hinein. Irgendwie - immer der Nase nach, haben wir auch zu der Mole hingefunden und den Turm nochmals aus der Nähe betrachtet.
Der nächste Leuchtturm steht in Blankenberge. Wir verlassen die Hauptstraße und biegen in die Stadt ein. Hier haben wir schon etwas rumgekurvt, um den Leuchtturm ausfindig zu machen. Gefunden haben wir ihn am Ende des Hochhauswalles am südwestlichen Ende der Stadt, dort, wo ein Fluss in die Nordsee mündet und demzufolge auch ein geschützter Hafen liegt. Zwei Seebrücken begrenzen die Einmündung und auf jeder steht ein kleines Molenfeuer.
Nächstes Ziel ist Oostende mit dem Leuchtturm "Langen Nelle". Er steht am nordöstlichen Ende der Stadt und ist eigentlich nicht zu übersehen. Wir fahren in das Hafengebiet hinein, wo der Leuchtturm steht. Es ist ein gemütlicherer Fischereihafen, kein großer Industriehafen. So können wir ungestört herumfahren und halten schließlich direkt am Leuchtturm an. Eine Informationstafel gibt Auskunft über den Leuchtturm - aber zu besichtigen ist er, wie alle belgischen Leuchttürme, nicht.
Der letzte Leuchtturm der belgischen Küste ist Leuchtturm Nieuwpoort. Er steht am nordöstlichen Ufer der Ijzer. Auf der Küstenstraße auf Nieuwpoort zukommend, sehen wir den Turm schon und wollen auf einer geradeaus weitergehenden Nebenstraße direkt auf den Turm zufahren. Aber wir haben die Rechnung ohne den Wirt - sprich die KFOR-Truppen gemacht, die ihr Lager direkt zwischen uns und dem Leuchtturm aufgeschlagen haben. Also mussten wir erst wieder zurück auf die Hauptstraße und sind etwas später einen kleinen Weg Richtung Küste abgebogen. Dieser Weg endet jedoch sehr bald an einem Zaun, der das Gebiet als Naturschutzgebiet Ijzermündung auswies. Aber Betreten war erlaubt! Also nutzten wir diese einzige Möglichkeit, die belgische Küste auch mal als Natur und nicht als Beton zu erleben, und setzten unseren Weg zum Leuchtturm per pedes fort. Das heißt, wir konnten auf einem eingezäunten Weg inmitten der Natur gehen, aber an die Natur kamen wir so richtig nicht ran! Nach einigen Kilometerchen erreichten wir schließlich die Ijzer. Von hier ging nochmals ein eingezäunter Weg ab zum Leuchtturm. Wir waren froh, nach all den vielen Zäunen endlich das Meer erreicht zu haben und setzten unseren Weg zurück zur Ijzermündung am Strand fort.
Die Flussmündung wird wieder von zwei Seebrücken mit Leuchttürmchen am Ende begrenzt. Auf unserer Seite der Ijzer befanden sich kaum Menschen auf der Brücke, auf der stadtwärts gelegenen Brücke war dafür um so mehr los!
Nach einem kurzen Besuch des Zentrums von Nieuwpoorts und einem Nachgeschmack von Frankreich, das sich hier schon sehr bemerkbar macht, ging es auf die Rückreise. Wir nahmen diesmal die Autobahn, an der Ausfahrtstelle Jabbeke fuhren wir wieder Richtung Küste nach De Haan. Auf der Küstenstraße ging es nach einem zweiten Stop, diesmal bei Sonnenschein, beim Molenturm Zeebrugge und dem alten Leuchtturm Heist wieder über den Westerscheldetunnel ins Quartier.

3. Leuchtturmtag

Über die N 256 und die N 59 geht es heute über Schouwen-Duiveland und Goree-Overflekkee Richtung Autobahn A 29. Nach der Auffahrt auf die Autobahn in Richtung Süden nehmen wir schon wieder die nächste Abfahrt (Willemstad) und haben bald darauf den Leuchtturm im Visier. Wir befinden uns am Hollandsdiep, quasi ein Mündungsarm des Rheins. Wir fahren Richtung Willemstad und noch vor dem Ortseingang, an einem kleinen Yachthafen, befindet sich ein Parkplatz, auf dem Leuchtturm Willemstad steht. Auf dem Hollandsdiep, kurz vor einer Schleuse, herrscht ein reger Schiffsverkehr. Wir genießen ein Weilchen das Bild der vorbeifahrenden Schiffe und machen uns dann auf den Rückweg zurück zur Autobahn. Diesmal geht es nordwärts. Schon an der nächsten Ausfahrt (Numansdorp) verlassen wir die Autobahn wieder und fahren ostwärts Richtung Strijen. Hinter Middelsluis wird die Straße sehr schmal und führt auf einer Deichkrone entlang. Pech, wenn ein langsameres Fahrzeug vor einem fährt, es gibt kein Vorbeikommen! Da hilft nur, Ruhe bewahren. In Strijen biegen wir nach Strijensas ab und nähern uns wieder dem Hollandsdiep. Auch hier steht der Leuchtturm an einem Yachthafen, doch diesmal ist es nicht so einfach, zum Leuchtturm hinzugelangen bzw. überhaupt eine Fotoposition zu finden. Der Leuchtturm steht hinter Privatgelände und einer unwegsamen Uferböschung in der Nähe einer kleinen Steinmole. Um den Turm jedoch gut fotografieren zu können, begeben wir uns trotz Verbotsschildern auf das Gelände des Yachthafens auf der anderen Seite der Bucht und suchen uns dort ein Plätzchen aus, von wo der Turm gut zu sehen ist. Unbehelligt können wir die Marina schließlich auch verlassen.
Wir fahren nun quer über die Insel Hoekse Waard in Richtung Spijkenisse bis auf die N 217. Nach Spijkenisse gelangen wir jedoch nur über den Wasserweg, eine kleine Fähre verbindet die beiden Inseln Hoekse Waard und Putten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei dieser Fähre relativ schlecht, ca. 2 für 20 m Überfahrt! Aber es gibt keinen anderen Weg über die Spui. Kurz vor Spijkenisse biegen wir nach Westen Richtung Hellevoetsluis ab. Am Ortseingang Hellevoetsluis wechseln wir auf die nächste Insel über, hier zum Glück über eine Brücke, und befinden uns auf Voorne. Wir bleiben auf der anderen Seite gleich am Kanal, denn der nächste Leuchtturm, den wir suchen, muss an der Kanalmündung stehen. Da die Hauptstraße nach einiger Zeit vom Kanal abbiegt, müssen wir uns über Nebenstraßen weiterschleichen. So kommt es, dass wir plötzlich wieder auf der anderen Kanalseite sind. Zum Glück, denn sonst hätten wir das Feuerschiff "Noord Hinder" wahrscheinlich gar nicht gesehen! Wir fahren die Straße am Feuerschiff vorbei, bis es nicht mehr weiter geht. Hier steht eine Gaststätte und endlich sehen wir auch den Leuchtturm Hellevoetsluis auf der anderen Seite des Kanals. Da man von hier aus den Leuchtturm gut sehen kann, verzichten wir darauf, die Zufahrt auf der anderen Kanalseite zu suchen und setzen unsere Leuchtturmexkursion fort.
Unser nächstes Ziel soll die alte Steinbake Brielle sein. Da wir nicht genau wissen, wo sie steht, wollen wir uns in Brielle bis zum Wasser vortasten und dann die küstennahe Straße entlang fahren, bis wir den Turm gefunden haben. Kein sehr leichtes Unterfangen, da alle Straßen plötzlich enden! Schließlich haben wir doch eine Straße gefunden, die weiter nordwestwärts führt. Wir fahren eine ziemlich lange Strecke, stehen kurz vor der Aufgabe. Doch plötzlich ein Namensschild: Heindijk. Hier soll das Ding doch stehen! Wir folgen der Straße und gelangen zu einem Erholungszentrum. Und sehen endlich auch die Steinbake! Der Rückweg zur nächsten Hauptstraße ist ganz kurz, wir hätten uns den Weg über Brielle und die engen Straßen sparen und von Oostvoorne aus den ehemaligen Leuchtturm suchen können. Das nur als Tipp für Euch!
Jetzt steht uns noch ein Abenteuer bevor, der Besuch des Industrie- und Hafenzentrums Maasvlakte. Zugegeben, besonders romantisch war der Besuch dieser Industrielandschaft nicht. Aber nach einer Umleitung an der Zufahrt nach Maasvlakte war die Fahrt dann nicht mehr so abenteuerlich. Einfach nur der N 15 folgen, bis man am Leuchtturm Maasvlakte ist. Man kommt sogar direkt bis an den Leuchtturm heran. Am kleinen Parkplatz mit Imbissbude gegenüber vom Leuchtturm halten wir an. Wir erklimmen die Dünen hinter dem Parkplatz, um dem Leuchtturm etwas die Höhe zu nehmen. In der Ferne sehen wir die Leuchttürme der Rotterdamer Hafeneinfahrt. Also werden wir die Fahrt durch den Hafen noch etwas fortsetzen. Wir folgen der Hauptstraße noch einige Kilometer bis zu einer Deichauffahrt. Wir stehen an der Mündung des Nieuwe Waterweg und haben die beiden Molen, die diese Ausfahrt begrenzen, fast vor uns, vorn der grüne Zuiderhoofd-Leuchtturm und weiter hinten der rote Noorderhoofd-Molenturm, beide mit Hubschrauberplattformen. Weiter ostwärts sehen wir zwei weitere Richtfeuerstrecken: die schwarz-weißen Türme der Richtfeuerstrecke Mittelmole und die rot-weißen Türme Hoek van Holland. Ob wir die noch mal näher zu Gesicht bekommen?
Nun haben wir allerdings genug vom Industriegelände und treten die Rückfahrt an. über die N 15 geht es diesmal ein Stück weiter bis zur Abfahrt Brielle, hier erwartet uns mal wieder eine Umleitung. Man sieht, dass der Europoort noch tüchtig in Entwicklung begriffen ist. über die N 57 gelangen wir wieder nach Goeree-Overflakkee. Hier machen wir noch einen Abstecher nach Goedereede, denn hier gibt es auch noch einen alten Leuchtturm. Der ehemalige Kirch- und Leuchtturm ist nicht zu übersehen. Nach einem kleinen Rundgang durch das Dorf setzen wir unsere Heimfahrt fort.

4. Leuchtturmtag

Heute steht der Besuch der eigentlich bekanntesten und schönsten Türme der holländischen Westküste an. Dazu kämpfen wir uns erst einmal auf der Autobahn um Rotterdam herum (wieder nur Stopp-and-Go), weiter an Amsterdam vorbei, bis wir westlich von Alkmaar die A9 Richtung Egmond verlassen. Hier beginnt unsere Tour entlang der Nordseeküste südwärts.
Erstes Ziel ist Egmond aan Zee mit seinem Van-Speyk-Monument. Dieser Leuchtturm ist schnell gefunden, er steht im Zentrum an der Seepromenade.
Wir fahren wieder nach Alkmaar zurück und setzen auf der A 9 über nach Ijmuiden, südlich des Noordzeekanals. Die Richtfeuerlinie von Ijmuiden steht im Hafengebiet. Zuerst sehen wir das Oberfeuer, lassen es aber noch rechts liegen und suchen das Unterfeuer. Wir sehen es ebenfalls schon bald, müssen uns aber noch in Runden einen Berg hochschrauben, ehe wir vor ihm stehen. Oben auf dem kleinen Hügel halten wir auf dem zu einem Hotel gehörenden Parkplatz und klettern erst mal zu Fuß wieder hinunter zu einer Kanalbucht. Von hier können wir beide Richtfeuer auf einmal sehen. Wir sehen aber auch, dass sich weiter draußen an der Kanalmündung noch mehr Feuer befinden. Die müssen wir schließlich auch noch erkunden!
Zurück geht es hinauf zum Unterfeuer und zum Parkplatz. Bevor wir zum Oberfeuer fahren, wollen wir erst noch versuchen, an die Molenfeuer heranzukommen. Wir fahren weiter Richtung Kanalmündung und stehen schließlich vor einem riesigen Parkplatz - natürlich kostenpflichtig, aber nur bei mehr als einer halben Stunde Aufenthalt. Das ist eine sportliche Herausforderung an uns - schaffen wir das? Im Geherschritt marschieren wir durch das riesige Seglerzentrum - wir kommen kaum dazu, uns die noblen Yachten, die hier liegen, anzuschauen. Ist ja eh nicht unsere Preisklasse. Endlich haben wir es geschafft, wieder am Kanal zu stehen. Von hier aus sind alle vier Molenfeuer gut zu sehen und folgerichtig auch gut zu fotografieren. Dann schnell zurück zum Parkplatz - und der Parkautomat wollte tatsächlich kein Geld von uns, als wir ihm nach 29 Minuten das bei der Einfahrt gezogene Parkticket einsteckten.
Nun fehlte uns noch das Oberfeuer. Keine leichte Aufgabe, denn es gab mal wieder Umleitungen. Den Turm fast in Reichweite, mussten wir doch eine ziemliche Strecke fahren, um zu ihm zu kommen. Obwohl das Oberfeuer wirklich mitten im Hafen zwischen Lager- und Gewerbehallen gelegen ist, kommt man bis an die Eingangstür des Turmes heran - und vom winzigen Vorgarten eines Reihenhauses aus lässt sich der Leuchtturm rosenumrahmt ablichten. Kleine Arbeiter-Oase mitten in der Hafentristesse! Wir halten uns nicht lange auf und fahren weiter südwärts nach Noordwijk.
Der Leuchtturm von Noordwijk aan Zee liegt ebenfalls sehr zentral an der Seepromenade, gleich neben Nobelhotels und Casino. Am 500 Meter weiter befindlichen Fisch-Imbiss fühlen wir uns wesentlich wohler und stärken uns mit Kibbelingen und Fischbrötchen und weiter geht unsere Tour.
Nächstes Ziel ist Katwijk aan Zee. Den Leuchtturm finden wir am südlichen Ende des Ortes, an der Promenade. Der Turm ist schon älterer Bauart, wurde aber 1989 vorbildlich restauriert und sieht frisch gestrichen aus. Nachdem wir erst einen Regenschauer vorbeiziehen lassen mussten, konnten wir den Turm noch bei schönstem Sonnenschein fotografieren.
Nachdem wir bis jetzt die großen holländischen Städte vermieden haben, müssen wir nun in den sauren Apfel beißen. Wir wollen zum Leuchtturm Scheveningen, und das ist ein Ortsteil von Den Haag. Nach dem ersten Wegweiser Richtung Scheveningen kämpfen wir uns erst mal bis in den Ort vor, bevor wir dann strandnah den Leuchtturm suchen. Unser erster Suchstopp war zufälligerweise an der Seebrücke von Scheveningen, aber von dort war der Leuchtturm noch einiges entfernt zu sehen. Also ging es weiter südwärts, bis wir uns mit dem Turm auf einer Höhe glaubten. Ab ging es in eine kleine Seitengasse, rechts und links von kleinen Häuschen umsäumt, und wirklich fanden wir gleich in der Nähe den Leuchtturm. Ein Stückchen weiter ging es zum Strand hinunter und wir nutzten die Chance, mal ein paar Schritte zu Fuß zu gehen, da wir unten am Strand zwei Molen mit Leuchttürmchen am Ende erblickt haben. Die Nordmole nahmen wir nun auch noch mit und haben es nicht bereut. Von hier öffnet sich ein wundervoller Blick auf das Panorama von Scheveningen bis hoch zur Seebrücke.
Wir verlassen den Leuchtturm weiter in südwestliche Richtung, immer auf der Hauptstraße in Küstennähe. Am Ortsrand von Den Haag, in Kijkduin, erblicken wir von der Straße aus plötzlich noch einen Leuchtturm. Die Sache müssen wir uns noch näher beschauen! Der Turm scheint mal ein richtiger Leuchtturm gewesen zu sein, der Ausgang der nicht mehr vorhandenen Optik weist aber in Richtung Land. Also muss der Turm mal irgendwo anders gestanden haben und wurde hier nur zur Schau hergesetzt. Wer weiß mehr darüber?
Auf der N 211 geht es jetzt weiter nach Hoek van Holland, nicht an die Nordseeküste, sondern an das Ufer des Nieuwe Waterweg. Hier treffen wir unsere Richtfeuerlinien von Maasvlakte wieder! Aber erst kommen wir am alten Oberfeuer vorbei. Nicht weit, in Fußgängerentfernung, steht das neue Oberfeuer der roten Richtfeuerlinie, die wir von Maasvlakte aus gesehen haben. Und noch ein Stückchen kanalabwärts, am Fährterminal für die England-Fähren, steht das Unterfeuer. Von Hoek van Holland sehen wir schließlich noch die dritte Richtfeuerlinie, die den Weg in den Europort von Rotterdam weist.
Auf der Rückfahrt hoffen wir nun, dem Verkehrsstau um Rotterdam ein Schnippchen schlagen zu können und nutzen die Fähre von Maassluis nach Rozenburg. Die Überfahrt erweist sich als unkompliziert und schnell, aber schließlich stehen wir bei der Auffahrt auf die N 57 wieder im Stau. Uns bleibt halt nichts erspart!
Unser Fazit für Südholland: Schöne Leuchttürme, viele Riesenstädte, sehr viele Autobahnen, noch mehr Verkehr und Industrie - wer einen ruhigen und beschaulichen Urlaub liebt, sollte sich eine andere Gegend aussuchen.